Klettern in Sachsen und Tschechien

26 Mai

P1020177Hallo zusammen, ja es ist mal wieder soweit: Es gibt einen neuen Artikel. Ich weiß grad gar nicht wo genau anfangen, denn die Geschehnisse haben sich in den letzten Tagen mal wieder überhäuft. Einerseits schön, andererseits auch anstrengend. Ehrlich gesagt hoffe ich, dass unsere Reise die nächsten Wochen ein wenig an Drehzahl abnimmt. Ich versuche jetzt einfach mal chronologisch an die Sache heranzugehen. 

Von Sneznik haben wir uns wieder auf den Weg in Richtung Deutschland gemacht um dort mit Juli als „Führer“ dem traditionellen sächsischen Klettern auf den Zahn zu fühlen. Dazu sind wir zu den Schrammsteinen gefahren und haben unser Lager inmitten dieses tiefen Tales direkt neben der Schrammsteinbaude (über den Namen könnt ich mich jedesmal tot lachen) aufgeschlagen. Als wir ankamen stand erstmal wieder basteln an. NEIN es war nichts kaputt aber unser Inventar war uns gelinde gesagt doch ein bisschen arg selbstständig während der Fahrt. Mit anderen Worten: Nach längeren Fahrten, insbesondere kleinen Straßen, auf denen wir eigentlich fast ausschließlich unterwegs waren, war es immer wieder spannend zu fragen, was uns wohl erwartete, wenn wir die Tür zu unserer Wohnung aufmachten; und es sah immer aus wie Bombe. Da flog schon einiges durch die Gegend. Und genau das galt es nun erstmal zu beheben. Schon witzig, mitten im Wald sein altbekanntes Werkzeug raus zu holen und wieder mit Innenausbau anzufangen. 

Am nächsten Tag ging es dann aber direkt los. Und eins gleich vorweg: Die Landschaft der Sächsischen Schweiz sucht seinesgleichen. Riesige Waldflächen gespickt mit bis zu 85m hohen Sandstein Gipfeln und Massiven, welche das Herz eines jeden Kletterers höher schlagen lassen. Wäre da nicht der Haken mit der Absicherung…..Ich könnt jetzt hier alle möglichen ethischen Regelungen, welche der SBB (Sächsischer Bergsteiger Bund) festgelegt hat aufzählen, aber ich machs kurz: Die Routen (ooouhhh das heißt hier ja WEGE) der Sächsischen Schweiz erwecken den Anschein als  müsse man in jedem WEG potenziell sterben können. Von daher waren wir sehr dankbar den ortskundigen alt bewährten Freund Juli an unsrer Seite zu haben. So konnten wir nicht nur die spektakulären Zustiege zu den einzelnen „Gipfeln“ (jaaa so werden die echt genannt: ab Schartenhöhe größer als 7,5m ist von einem Gipfel die Rede und da gibts sogar n Gipfelbuch) genießen, sondern sogar einen dieser besteigen; die „Tante“. Eine ganz dünne Felsnadel mit bester Aussicht auf Grund der exponierten Lage. Der absolute Knüller war dann aber die Durchsteigung der „Direkten Knirbelwand“. Eine Mehrseillängenroute, welche wir sogar in „geteilter Führung“ (so wird das hier wirklich genannt=)) durchstiegen haben. Das heißt im Klartext, dass ich meinen ersten Sachsenvorstieg geklettert bin. Neben einer  kleinen Portion Stolz muss ich aber auch zugeben, dass ich zwischendrin gerne Antons Windeln angehabt hätte…Ich hab mir anfangs echt fast in die Hose geschi…..Nichstdestotrotz war das für mich ein absolutes Highlite.

Von dort aus ging es für uns wieder nach Tschechien. Nach Labska Stran. Dort hatten wir nicht nur einen der besten Stellplätze unserer bisherigen Reisen ( von dem wir dann aber mit großem Tamtam vertrieben wurden) sondern trafen uns auch mit Tim, Nina, Annette und Frieder. Am nächsten Tag kamen dann noch Jo, Juli und Marius dazu. Die nächsten Tage war Seilklettern rund um Dolni angesagt. Und die Wände hatten es  ganz schön in sich. Mega weite Absicherungen und tatsächlich richtig abgefahrene Linien. Ein wahrer Schmaus. Und sobald man über die Baumkronen kletterten wurde man mit Tiefblicken auf die Elbe belohnt. Ein Wahnsinns Gebiet. Mein Tipp aber: das linke Elbufer, also da wo Dolni liegt, ist noch viel besser, Und genau da zogen wir uns dann auch noch die Finger lang. Mit der Rotpunktbegehung der Route „Bestseller“ 9 konnte ich mir noch ein richtiges Sahnehäubchen knipsen und nach drei Tagen machten wir uns dann auf den Weg nach Pirna um dort mit Christian ( ein Kollege den ich noch aus der Spanienzeit kannte) im Bahratal zu bouldern. Was für ein Bouldergebiet. Einfach genial. Landschaftlich jetzt nicht besonders abgefahren aber die Qualität der Felsen, die Art der Griffe, die Vielfalt der verschieden Stiele und die Linien generell haben jede Erwartung meinerseits übertroffen. Echt schade oder vielleicht auch gut, dass dieses Gebiet eigentlich nur den Locals vorbehalten ist. Besonders hat mich gefreut mal wieder ein paar Gesicht aus meiner Spanienära zu sehen und zusammen zu bouldern. Und eines gilt es auch noch zu erwähnen. Unseren Stellplatz. Denn dieser war nirgendwo geringer als bei der Holzschleife beim Dachdeckermeeester und Lebenskünstler A. Geißler ak. Pritsch. Was für ein Typ. Einerseits ein Schaffersachsenurgestein mit sehr eigenem Charakter. Andererseits eine offene Persönlichkeit mit hart linksliberalen politischen Ansichten und der oftmals wiederholten Aussage „ Wir haben nur ein Leben und da sind wir Gast, deshalb sind wir im Leben nur zur Freude da“. Hammer geil. Zwei  Einladungen ans Lagerfeuer mit Bier, Geschichten wie es zu DDR Zeiten war und die Einladung zur Nutzung seines Bades waren natürlich inklusive. Richtig abgefahren und schwer zu beschreiben wie auf diesem Hof die Uhren ticken. Am Mittwoch Abend waren wir dann noch zum Grillen bei Christian eingeladen und machten uns dann auf den Weg nach Marienbad. Und wohin genau???? Haltet euch fest!! Auf den ROYAL GOLF CLUB MARIANSKE LAZNE! Irgend so ein elitärer uralter Golfplatz halt der von einem König mal gegründet wurde usw. Dort haben wir uns dann wieder mit Frieder und Anette getroffen um Tim und Nina nachhause mitnehmen zu lassen. Nach einem gediegenen Frühstück, im Clubhaus versteht sich, machten wir uns dann am Freitag zu dritt auf den Weg in  Richtung Hohe Tatra. Das Navi zeigte 12 Stunden für 740km an, da wir keine Autobahnen zahlen möchten. Mit dem LKW rechnen wir  erfahrungsgemäß immer noch mindestens ein drittel der Zeit drauf. Kurz gesagt: Es stehen nun locker zwei bis drei reine Fahrtage vor uns. Heute sind wir bis hinter Prag gefahren. 6 Stunden Fahrzeit für 350km. Aber eins sag ich euch: hier gibts Straßen, die es in Deutschland nirgends gibt. So klein, solche Flickenteppiche, so steil. Was für ein Spaß mit unserem Haus auf Rädern. Dieselbilanz bis dato: 21,4 liter auf 100km. Autsch. Ins Allgäu hin und zurück waren es doch nur 16. Tja so ist das halt…….jetzt sind wir erstmal auf das kleinste Hochgebirge der Welt gespannt und sind in freudiger Erwartung auf ruhigere Zeiten.

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Manchmal ist es eng

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Der LKW als Zockerlounge

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Zustieg zu „Tante“

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So viel Fels

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Im Hintergrund die „Tante“

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Besteigung der „Tante“

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Heidenspaß

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Direkte….

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Knirbelwand

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Hier wurden wir leider vertrieben

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Dolni

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Unser Besuch

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Meli geht steil

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Anton hast auch gemütlich

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Wäsche waschen mit Anton

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Checket ist auch dabei

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Baaadeeeen

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Bouldern im Bahratal

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Alte Kollegen waren auch dabei

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„Motivation“ 7C

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Unser Stellplatz beim Pritsch

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Anton voll dabei

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mit mini crashpad =)

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Eine Antwort to “Klettern in Sachsen und Tschechien”

  1. Carina Zender Mai 27, 2018 um 8:44 pm #

    Anton hat wohl auch das Kletter-Gen (braucht er in der Familie auch 😉

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