Merzouga-Sand, Sand, Sand

15 Apr

Am Samstag verabschiedeten wir uns von Papa um uns auf den Weg nach Merzouga zu machen und ein paar Tage in der Wüste zu verbringen. Mit dem Bus ging es stundenlang durch steinige Einöde in der immer wieder Nomadenzelte zu sehen waren. Aber so interessant und neu auch alles war, hier zu leben kann ich mir nur sehr schwer vorstellen. Abends erreichten wir dann Merzouga und ich wurde direkt vom Anblick der 160m hohen Dünen des Erg Chabbi überwältigt. Sofort drängten sich mal wieder Leute auf und wollten uns Kameltouren und sonstigen Tourischwachsinn verkaufen. Doch dafür waren wir ja nicht hier und wir lehnten dankend ab. Wir hatten Zelte, Schlafsäcke, Kocher, Essen und vor allem Wasser für ein paar Tage dabei und so stapften wir noch am selben Abend relativ ziellos in den Riesensandkasten hinein. Ich sprühte vor Freude. Endlich in der Wüste, alles kam mir so weitläufig vor, nur Sand und wunderschön verblasene Formationen. Als es dunkel war schlugen wir unser Lager auf, saßen im noch warmen Sand und verbrachten die Nacht im Freien unter dem Sternenhimmel.

Für den nächsten Tag hatten wir uns eine ziemlich hohe Düne vorgenommen und nachdem wir ausgeschlafen hatten, zogen wir los. Doch das war ein Fehler. Alter Schwede war das heiß. Gegen Nachmittag waren wir überwältigt und legten uns in den Schatten unserer Zelte. Wir redeten nicht, wir bewegten uns nicht und ich konnte nicht mal lesen, da das klare Denken in diesem Moment echt ein Ding der Unmöglichkeit war. Es war so heiß, dass wir uns sogar die Füße im Sand verbrannten. Unglaublich. Mit der sich senkenden Sonne kam die Energie zurück und wir erreichten kurz vor Sonnenuntergang den höchsten Punkt. Die Wüste hatte sich zu diesem Zeitpunkt in ein Spektakel aus geschwungenen braunen und ockerfarbenen Wellen verwandelt. Ich konnte nur Staunen.

So schön diese Momente waren, so aufreibend war die folgende Nacht. Der Wind peitschte die ganze Nacht Sand in unsere Gesichter und Schlafsäcke. Zum Schutz verkroch ich mich in meinen Schlafsack (die Zelte konnten wir im Sand nicht abspannen) und schwitzte wie ein Bär. Am nächsten Tag sind wir dann früh aufgestanden um in der morgendlichen Kühle die Wüste wieder zu verlassen. Und das hat sich gelohnt. Nicht nur der Sand war kühl, sondern durch die tiefstehende Sonne warfen die Dünen schwarze Schatten und alles wirkte total plastisch. Den Rest des Tages verbrachten wir damit unsere Ausrüstung wieder in Stand zu bringen und vom Sand zu befreien, da der Sturm die Sandkörner in jede noch so kleine Ritze getrieben hat.

Für Leo geht es die Tage wieder heim und Juli und ich werden versuchen mit einem Esel einmal quer durch das Atlasgebirge zu wandern. Von der Todraschlucht in die Taghia. Mal schauen ob es uns gelingt und alles klappt.Exif_JPEG_PICTURE Exif_JPEG_PICTURE Exif_JPEG_PICTURE Exif_JPEG_PICTURE

 

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3 Antworten to “Merzouga-Sand, Sand, Sand”

  1. Papa April 15, 2014 um 11:54 am #

    Tja, heiß ist es, da können einem schon die Füße kochen…..

  2. Oma und Opa April 15, 2014 um 12:05 pm #

    Gruß an unsern Sandfloh (wie Opa Dich nennt)

  3. Svenja M April 16, 2014 um 3:52 pm #

    Wow, die Fotos sehen aus wie die Windows Beispielbilder! 😀

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