Noch am Leben

14 Nov

Seit gestern sind Sebi und ich vom Annapurnatrek zurück.Und eins steht fest: Wir haben extrem viel gesehen und erlebt. Da es den Rahmen sprengen würde alles zu erzählen (was ich aber aufjedenfall mach,wenn ich wieder daheim bin) beschränke ich mich jetzt erstmal aufs Wesentliche und die Highlights.
Nachdem sich Sebi von seiner Magenverstimmung erholt hatte, gings dann am 2. November endlich los. Die Busfahrt war mal wieder der Wahnsinn. Für 40km brauchten wir 4 Stunden und als ich ausstieg hatte ich blaue Flecken an der Hüfte und an den Knien. Der Bus ist ja nicht nur eng, sondern die „Straße“ auch noch so miserabel schlecht, dass man ordentlich durchgeschüttelt wird. Dazu gibt’s beste nepalesische Musik in Überlautstärke.Von Besisahar sind wir dann noch weiter bis nach Syange gefahren und die Straße hättet ihr sehen sollen Sie glich zwar eher einem Feldweg, wurde aber absolut kompromisslos in die Talwand reingehauen. Das heißt es ging fast immer bis zu 300m und mehr senkrecht neben der Straße runter.Als wir auch noch hörten, dass hier immer wieder Jeeps abstürzen und bei Gegenverkehr wir teilweise echt extrem nah am Abgrund unterwegs waren, wurde mir doch ein wenig mulmig. Die nächsten Tage haben wir sogar einen abgestürzten Jeep gesehen. Aber es hat alles geklappt und abends um 18 Uhr waren wir in Syange und schliefen in einer Lodge. Lodges sind Einrichtungen unterschiedlichster Qualität, die häufig auch eine Art Restaurant dabei haben, in denen man für ein zwei Euro schlafen kann. Am nächsten Tag gings früh los und wir wanderten durch das noch dschungelbewachsene Tal.Das Wetter war die ganzen 11 Tage der Hammer. Am nächsten Tag hatten wir bereits Ausblicke auf die Annapurna 2 und den Manaslu. Alter Schwede sind das Giganten. Wir waren gerade mal auf 2000m und vor uns ballerten die 8000er in die Höhe. Eis, Fels, Schnee und einfach pure Masse.Landschaftlich war der Annapurnatrek eigentlich immer schön, nur leider wurde bereits die „Straße“ schon sehr weit ins Tal hinein gebaut und wir mussten anfangs auf dieser gehen. Ab Manang gab es aber keine Straße mehr. Manang ist ein relativ großes Bergdorf und liegt bereits auf 3500m. Dort verbrachten wir auch einen Ruhetag zur Akklimatisierung und Erholung.Am Ruhetag schauten wir auf einen Aussichtspunkt und von dort konnten wir direkt in die Nordwand der Gangapurna sehen und die riesigen Gletschermassen begutachten. Außerdem waren wir noch am Gangapurnasee und im Kulturmuseum von Manang.Das war aber nur ein kleiner Raum. Am nächsten Tag sind wir dann aber nicht in Richtung Thorung-La-Pass gegangen, sondern ich konnte Sebi noch dazu überreden an den Tilichosee zu gehen. Dieser liegt auf knapp 5000m und ist angeblich der höchste See der Welt. Bevor wir zum See wandern konnten, schliefen wir aber erstmal im Tilicho Basecamp, welches auf 4100m liegt.Und ich muss zu geben an dem Abend hatte ich ganz schön Kopfweh und auch leichte Übelkeit.Aber am nächsten morgen war wieder Vollgas angesagt und wir liefen die 900 HM zum See in ca. 2 Stunden. Aber die Höhe hat man schon gespürt. Der See liegt echt märchenhaft. Tiefblau in einer wüstenartigen, vegetationsarmen, gelben Landschaft und dahinter zieht die 2500 m hohe Eisflanke des Tilichopeaks gen Himmel.Generell hatten wir von dort eine prima Aussicht auf die Berge des Himalayas.
Am selben Tag haben wir es sogar bis nach Manang wieder zurück geschafft. Auf dem Weg kamen wir durch Khangsar. Dieses kleine nepalesische Bergdorf liegt auf 4000m und ist noch ziemlich ursprünglich. Die Häuser sind aus Stein und Holz mit Flachdach gebaut und fallen in der Landschaft fast nicht auf. Überall wehen Gebetsfahnen und es stapelt sich Holz auf den Dächern.Abgesehen davon sind die Gassen total eng und es gibt immer ein zwei uralte Tempel. Um das Dorf sind häufig terrassenartig angelegte Felder und Yaks stehen an den Berghängen.Und dahinter sind die schneebedeckten Gipfel des Himalayas.

In den Zimmern der Lodges hatte teilweise nur 0 Grad.Am nächsten morgen sind wir dann Richtung Thorung Phedi auf 4500m weiter gewandert und haben dort eine Nacht verbracht. Da wurde es nachts ziemlich zapfig.Am nächsten morgen auf den Thorung-La-Pass zu gehen ging dann doch relativ gut obwohl ich viel zu viel Gepäck dabei hatte. Ursprünglich wollte ich ja noch den Dhaulagiritrek machen und da braucht man halt Zelt, Kocher, Töpfe, Isomatte usw. Halt alles was man auf dem Annapurnatrek nicht brauch.Haha.Nur leider musst ich feststellen, dass ich zu spät dran war und das Wetter in den Bergen immer kälter wird und auch Schneefall angesagt ist.Das macht dann allein im Zelt keinen Spaß und kann auch gefährlich werden. Hoffentlich dann halt das nächste Mal.Abgesehen davon ist auf 5200m auch noch mein Hüftgurt gerissen.Juhu.
Morgens um 10 Uhr standen wir dann auf 5400m, bei bestem Wetter auf dem Thorung-La-Pass und genossen den Ausblick auf die Berge und den Tiefblick nach Muktinath, das im tiefsten Tal der Welt liegt. In dieses Tal stiegen wir dann auch ab und ich kam mir vor wie in einer Gebirgswüste. Alles staubig, gelb,orange, keine Pflanzen und große Hochplateaus. Also ich hab mir das Himalya mehr oder weniger wie die Alpen, nur größer, vorgestellt.Aber das ist falsch. So was wie enge Täler gibt’s hier nicht und dadurch, dass die Schneegrenze soweit oben liegt und es fast keinen Niderschlag gibt ist dieses Gebirge total ausgetrocknet und staubig. Allein die Gipfel sind hundertmal weiter entfernt als die in den Alpen und dazwischen sind riesige wüstenartige Täler oder kupiertes „Tiefland“ auf 4000m.
Je weiter wir nach Muktinath, das auf 3800m liegt, kamen desto schlechter wurde das Wetter. Wir hatten echt mal wieder so ein Sauglück. Die ganze Zeit bestes Wetter und am letzten Tag als wir fertig waren zog es zu. Von Muktinath haben wir dann gleich einen Jeep bekommen der uns nach Jomsom geheizt hat. Wir waren insgesamt 13 Leute in dem Jeep.Ganz schön eng. Aber die Landschaft hier war echt umwerfend und total fremdartig. Jomsom gehört bereits zur Region Mustang und wir verbrachten dort eine Nacht. Am nächsten Tag gins dann weiter nach Tatopani und das war echt ein Höllenritt. Ich habs Gefühl, um in Asien bequem zu reisen darf man nicht größer als 1,60 m sein. (Also Mama nichts wie hin)Haha.
Tatopani heißt „heißes Wasser“ und dort gab es dann auch heiße Quellen. Deshalb wollt ich dort auch unbedingt eine Nacht bleiben und wir genossen es total in dem heißen Wasser zu liegen und die Berge anzuschauen. Nachts bin ich dann mit Sushil, einem nepalesischen Guide, nochmal zum Sterne schauen in die heiße Quelle gehüpft und wir hatten echt einen witzigen Abend. Abgesehen davon hat er mich für 3 Tage in eine kleine Hütte in den Bergen eingeladen. Diese Einladung kann ich natürlich nicht ausschlagen.Hoffentlich klappts. Mit Sushil sind wir dann am nächsten Tag mit dem Bus nach Beni gefahren und von dort aus dann mit einem richtig originalen knallbunten Tatatruck nach Pokhara gefahren. Der hatte nach einer 5 Minuten auch gleich mal einen Platten.Aber für Nepalis ist das ja auch kein Problem. Zu acht saßen wir dann vorne im Führerhäuschen und wurden mal wieder ordentlich durchgeschüttelt. So jetzt in Pokhara darf ich wieder im Haus von Basanta schlafen und ich werde noch einige Dinge organisieren müssen.Morgen geht’s hoffentlich an die Hütte von Sushil.

In der wüstenartigen Landschaft des Himalaya

Gebetsmühlen auf einem Dorfplatz

Die glücklichen Kinder von Pisang

Annapurna 2

Der Gangapurnasee

Am höchstensee der Welt: Tilicholake auf 4920m

Die mächtige Eisflanke des Tilichopeaks

Thorung-La-Pass auf 5416m.We did it!

Die Bergwüste des Mustang

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4 Antworten to “Noch am Leben”

  1. Papa November 14, 2012 um 9:38 am #

    Yeah!! Ich bin richtig neidisch, aber sehr stoz.

  2. Jo November 14, 2012 um 2:47 pm #

    Du Zigeuner, jetzt warsch höher wie ich. Da muss ich ja demnächst nachlegen sonst wärs echt bitter. Aber echt hammer Bilder. Viel spaß in dem Bergdorf. Haha. Was macht d Sebi? Gruß Jo

  3. Carina November 14, 2012 um 4:05 pm #

    Ich kann mich Jo nur anschliessen ! Tolle Fotos ! –

    PS: Trotz meiner, für Nepal passenden Größe, bin ich gerade ganz gerne mit Tee und Kerze im warmen Wohnzimmer und auf guten Straßen unterwegs 🙂

    • klettermaxi November 18, 2012 um 5:41 am #

      jaja die weihnachtszeit wird mir bestimmt fehlen.Aber man kann ja nicht alles habe. Gluehwein waer jetzt geil.haha.
      Gruss
      maxi

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