Klettern und Meer in Griechenland

25 Okt

Nach ein paar Tagen verließen wir auf Grund von Regen, Muskelkater und wunden Händen unser kleines leises Bouldergebiet in Rizoma. Doch wir wussten schon genau was unser nächstes Ziel sein sollte: Das Klettergebiet von Krioneri – ganz im Süden des Festlandes von Griechenland gegenüber von Patras gelegen. Doch dazu später mehr…Zuvor wollten wir auf Grund der Regentage erstmal noch einen Zwischenstopp in Kilini einlegen. Dort durften wir einen der schönsten Sonnenuntergänge unserer Reise ansehen und hatten noch dazu das abgefahrene Szenario eines kompletten Regenbogens der sich über unseren LKW wölbte. Das war fast schon Märchenhaft. Da uns dieser Platz aber zum Stehen nicht so gut gefiel, fuhren wir am nächsten Tag weiter nach Mytikas und konnten auf einer leicht erhöhten Landzuge mit 270 Grad Meerblick die folgenden Tage verbringen. Diese nutzten wir um mal wieder zu waschen (es gab dort einen Waschsalon), ein wenig am Lkw zu basteln und uns mittlerweile zum vierten mal mit Steffi, Jo-Jo und klein Fredi zu treffen. Tja an sich halt einfach gemütliche Tage an denen es doch immer etwas zu tun gab. Wir sammelten Maronis und bereitete sie im Backofen zu, was natürlich ein Highlight für Anton war. Genauso wie das Beobachten der langen dicken Moränen, welche sich zu uns gesellten als wir unsere frisch ergatterten Fische im Meer ausnahmen. Da musste der Kleine ganz schön staunen. Aber ich musste auch manchmal ganz schön Staunen: Der Herr mit dem Waschsalon in Mytikas bat mich mal eben kurz mit ihm mitzukommen und so kam es, dass wir mit seinem Auto in eine holländische Fischfabrik fuhren, wo täglich 28 Tonnen Lachs aus Norwegen angekarrt werden um hier in Griechenland verarbeitet zu werden, nur um sie dann wieder in die Niederlande zu fahren. Dass sich so etwas rechnet fand ich doch Krass (jaja ich weiß, das ist bei fast allen Produkten so, aber das live zu sehen fühlt sich halt nochmal anders an). Was ich dann aber richtig witzig fand, war die Tatsache dass seine Tochter in Traben-Trarbach an der Mosel wohnt. Na das kenn ich ja sehr gut aus meiner Kindheit. 

Doch nun zu Krioneri. Krioneri heißt eigentlich nur der Ort an dem das Klettergebiet liegt. Dessen Name ist eigentlich Varasova und neben Meteora die Geburtsstädte des Kletterns in Griechenland.  Selbst Bonatti und Comici haben hier schon in den sechziger Jahren ihre Spuren hinterlassen. Als wir dort ankamen konnte ich es kaum fassen. Wir konnten den Karren ungelogen zwei Meter neben das Meer stellen (siehe Foto), 15 Meter hinter uns ballerte die 800m hohe wand des Varasova hinauf (allerdings mit vielen Bändern durchzogen) und der Wandfuß war komplett eben. Außerdem gab es keine 100m weiter eine glasklare und eiskalte Süßwasser Quelle zum baden und das Salzwasser abwaschen. Wir waren im Paradies gelandet. Das ganze fand seinen Höhepunkt, in der Tatsache, dass wir zum ersten mal tatsächlich mit Anton alleine Sportklettern konnten. Mit genügend Beschäftigung (exen klicken, seil schwingen, Buch angucken, Steine schmeißen etc. ) konnte wir tatsächlich fast drei Stunden am Stück klettern. Und das über mehre Tage hinweg. Welch ein Segen für mein Kletterherz. Generell muss ich sagen, dass die Kletterei dort in Varasova echt gut ist. Man klettert an meist ziemlich scharfen und griffigen Kalk bestehend aus Tropflöcher in der Vertikalen und klassischen Kalkformationen im Überhang. Lediglich die Hakenabstände sind nicht wie in Arco aber doch noch sinnvoll gebohrt. Die lieben Straßenhunde, andere Kletterer sowie der nette Christos mit seiner Taverne „Captain“ sorgten in hohen Maße mit dafür, dass wir uns in den anderthalb Wochen Varasova wie im Himmel auf erden fühlten. Es war eine unglaublich geile Zeit und mit dem relativ zügigen durchstieg der Route „Peluda“ 7c konnte ich auch etwas für mein Kletterego tun. Supergeil. Leider fing es in den letzten Tagen dann ganz schön an zu Stürmen. Die Böen brachten insbesondere nachts unseren LKW wie eine Hängematte zum Schaukeln und das Seil flog beim Abziehen waagrecht am Fels entlang. So entschieden wir uns 20km weiter nach Mesolonghi zu fahren, bestaunten Stelzenhäuser im Meer, sahen Flamingos, fuhren auf einer Straße 4 km durchs Meer um an Salinen zum kommen und erholten uns vom Klettern. Leider waren hier die Straßen Hunde ganz schön aggressiv und Mo wurde von einem richtig großen Rüden gebissen. Das Resultat: Vier tiefe Löcher in den Oberschenkeln. Da hatte er nochmal Glück gehabt…… 

Unser nächster Stopp war dann die Insel Lefkas. Und drei mal dürft ihr raten mit wem wir uns getroffen haben???? Mit Jojo, Steffi und klein  fredi…aber diesmal gab es einen triftigen Grund: jojo und ich haben witzigerweise am selben tag Geburtstag und diesen wollten wir zusammen feiern. und genau das tat wir dann auch, in  Badehose, mit Klippenspringen, türkisenem meer, Höhlenschwimmen und ganz viel fisch und Feuer am Abend. Herrlich.

Von da aus fuhren wir dann weiter nach igoumenits um unser Fähre nach Italien zu nehmen. Mittlerweile sind wir in der Toskana und treffen uns mit unserem ehemaligen Nachbarn im Haus eines Freundes. Ich bin gespannt wie es weiter geht. Und jetzt viel Spaß mit den Bildern. Klicken zum vergrößern

 

Advertisements

Endlich in Griechenland- zu dritt!

1 Okt

Ayayay, da war ich wohl ein bisschen faul seit dem letzten Eintrag – schon wieder so viel Zeit verstrichen. Nun, die 3000km vom Iran nach Griechenland habe ich irgendwie fast schon verdrängt. Bis auf den Ararat war es weder besonders interessant noch habe ich besonders viel zu erzählen. Ich bin einfach jeden Tag gefahren und hatte mich nach den letzten Monaten auch wieder sehr auf das Reisen in Europa gefreut. Von daher bin ich immer auf den schnellsten und besten Straßen reichlich kompromisslos bis nach Alexandropouli durchgeballert. Dort angekommen hab ich mich erstmal an den Alex Beach gestellt um mich von der vielen Fahrerei ein wenig zu erholen und ein wenig Meeresluft zu schnappen. Aber eins fiel mir gleich mal auf: Überall standen Leute wild mit ihren Wohnmobilen und Karren rum, ich traf Gleichgesinnte und hatte fast keinen Abend mehr ohne Besuch. Das tat mal wieder richtig gut. In exotischen Ländern unterwegs zu sein ist zwar aus Abenteuerlustigersicht ganz hervorragend, kann aber auch schnell mal ziemlich anstrengend werden und tendenziell trifft man eher weniger andere Reisende einfach so. Kaum in Griechenland änderte sich dies drastisch. Tja, eigentlich wollt ich da auch nur eine Nacht stehen, daraus wurden dann aber gleichmal drei. Es gab immer einen Grund nochmals zu bleiben-für mich ein typisches Griechenlandphänomen. 

Von dort aus fuhr ich weiter nach Keramoti, fand einen prima Strandstellplatz und blieb dort eine ganze Woche!! Ich lernte ein paar nette Griechen kennen und wir machten kleine Goapartys am Strand mit Feuer, ich fing an mit Angeln und unternahm auf der Insel Thasos sogar eine kleine Mopedtour von Traumbucht zu Traumbucht. Irgendwann kam dann noch Johannes aus dem Schwarzwald angeradelt und so ging es immer weiter. Ich überlies einfach der Zeit das Ruder da ich sowieso darauf wartete, dass am 9. September endlich Melli und Anton in Thessaloniki landen.

Und dann war es endlich soweit. Als ich meine zwei Lieben wieder traf bin ich fast umgefallen vor Staunen. Wie sich Anton innerhalb der letzten sechs Wochen verändert hat!! Sooo groß geworden.

Für uns war dann erstmal klar was anstand: Melli wollte natürlich auch noch ein paar Tage am Strand verbringen. Und so kam es, dass wir von einem wunderschönen Strandstellplatz zum nächsten getingelt sind, immer ein paar Tage blieben, kleine Radtouren unternahmen, jede Menge Leute trafen und es uns einfach gut gehen liesen. Hinzu wurde auch noch alles sehr viel günstiger da wir kaum noch Sprit verfuhren und kaum essen gingen. 

Eine weitere legendäre Woche verbrachten wir auch noch am Orangebeach. Nicht nur der Strand aus weißem Sand, weißen Felsen und türkisfarbenem Wasser begeistert uns sondern hinzu kam auch noch der Umstand, dass wir mit ein paar anderen Reisenden fast ein kleines Dörfchen bildeten: Da waren die Franzosen mit ihrem Lkw (fährt seit 10 Jahren ohne Führerschein rum und ist Trance-DJ), Juval und Elena mit Baby, Jo-Jo und Steffi mit kleine Fred und natürlich unsere zwei Österreichischen Vollfreaks und Hausbesetzer Marco und Klaus. Kurz um ein Supertrupp und eine klasse Zeit. Von da aus ging es dann weiter nach Meteora, in der Hoffnung, nicht nur die beeindruckende Landschaft zu bestaunen sondern auch noch ein wenig klettern zu können. Dank Jo-Jo und Steffi die samt ihrem kleinen Baby Fred hinterhergereist sind konnte ich tatsächlich noch ein wenig klettern. Ansonsten stand Wandern auf dem Programm. Tja und von da aus ging es weiter nach Rizoma: Ein sehr leises und gemütliches Bouldergebiet 20km von Meteora entfernt. Für uns ein Paradies auf Erden. Die von den Ziegen abgefressene Wiese geht bis an die Felsblöcke hin, alles ist eben, es gibt überall Feuerholz und sogar eine Quelle, und die Boulder sind richtig gut. Auch der Zustieg von 30 Sekunden bis zu 10 Minuten ist gelinde gesagt ganz nett. Und das Allerbeste: Unser Stellplatz an sich, inmitten von Olivenhainen, und unseren mittlerweile altbekannten Reisegefährten Jo-Jo, Steffi und Fredi, die gerade dabei sind das Bouldern für sich zu entdecken. Fazit soweit: Hammergechillt und wunderschön. Griechenland ist der Wahnsinn. 

Und jetzt viel Spaß mit den Bildern. Klicken um zu vergrößern.

Hitze und Surrealismus

29 Aug

Wie versprochen, kommt hiermit der zweite Artikel über meine Reise durch den Iran. Das Problem ist nur, dass ich gerade schon in Griechenland am Strand sitz und erstmal wieder die Erlebnisse auffrischen muss.(Was für Probleme……hihi)

Also wir waren ja in Persepolis stehen geblieben. Von dort aus ging es für uns weiter nach Shiraz. Eigentlich wollten wir uns die Stadt schon richtig anschauen, aber irgendwie stellten wir nach einem Nachmittag fest, dass wir auf Grund der Hitze gar keine Lust hatten uns schon wieder eine Stadt anzuschauen. Zumal wir ja kurz zuvor erst Isfahan unsicher gemacht hatten. Von daher ging es für uns noch am selben Tag weiter in Richtung Persischen Golf. Wir hatten bereits gute 40 Grad und alle die uns fragten wo wir hinwollen, warnten uns vor der großen Hitze dort am Golf. Aber mal ganz ehrlich: wenn man morgens um acht Uhr bei 40 Grad aus dem Bett gebrannt wird, und einem dann ein Ziegenhirte erzählt, dass es bei Busher ja so heiß sei, dann kann man das einfach nicht glauben. WEIL ES IST JA SCHON KRANKHAFT HEISS!!!

Doch weit gefehlt. Im Laufe des Tages fiel die Landschaft zweimal um fast 1000 Höhenmeter ab und jede Stufe die wir weiter runter in Richtung Meer fuhren brachte uns näher und näher zu einer Hitze, von der ich nicht einmal wusste, dass sie außerhalb einer Sauna existiert. Es hatte weit über 50 Grad. Die Landschaft ringsum tat ihr übriges dazu, dass wir es eigentlich gar nicht glauben konnten wo wir hier gerade sind. Von jetzt an hieß es: 

  1. Immer in Bewegung bleiben
  2. mehr als 6 Liter trinken pro Tag  
  3. Mo immer in nasse Tücher wickeln

Aber: zu 1.: Irgendwann war die Luft so heiß, dass wir lieber bei geschlossenem Fenster fuhren, da der Fahrtwind unsere Gesichter verbrannte !!! (Bei 55 Grad ohne Klimaanlage in einer LKW-Fahrerkabine die von unten auch noch vom Motor beheizt wird und eine riesige Frontscheibe mit Lupeneffekt hat. Jihaaa. Wir sind fast gestorben)

zu 2.: Obwohl wir mind. 6 Liter pro Tag tranken (eher mehr) mussten wir kaum pieseln. Wir haben nichtmal geschwitzt. Es ist einfach alles wegverdunstet.

zu. 3. Mo wär uns echt kollabiert, die feuchten Tücher waren alle 20 Min. wieder furztrocken (ohne Fahrtwind)

Und so bahnten wir uns unseren Weg immer weiter in die Wüste hinein, in der Hoffnung lebend und ohne Motorüberhitzung irgendwann am Persischen Golf anzukommen. Und siehe da, nach zwei Tagen hatten wir es geschafft. Wir standen am Meer. Was für eine Freude. Aber ob ihr es glaubt oder nicht: Dort war kein Mensch. Ja klar, es gibt ja diese Baderegelung, aber ich glaub das war gar nicht der Hauptgrund. Wir mussten feststellen, dass bei 56 Grad Lufttemperatur und 35 Grad Meerestemperatur einfach jegliche Abkühlung ausbleibt. Es war echt alles sehr surreal. Wir waren bestimmt eine halbe Stunde mutterseelenallein und splitterfasernackt im Iran im Persischen Golf schwimmen und wussten nicht wo wir weniger überhitzen? Im Meer? Oder an der Luft? Da weiß man echt nicht wohin mit sich. Tja, nachdem wir auch diese Quatschaktion abgehakt hatten, konnten wir uns endlich wieder auf den Weg Richtung Norden machen. (Ja wir sind tatsächlich nur wegen den 30 min baden fast 1000km Umweg gefahren. Aber koschd ja nix bei 6 Cent pro Liter Diesel)

Die Durchfahrung der Tiefebene von Ahvaz brachte weitere surreale Momente mit sich. Irgendwie fühlte es sich komisch an zu wissen, dass gerade mal 100km weiter westlich bereit der Irak beginnt( Das heißt wir fahren „hinter“ dem Irak). Hinzu kam die Luft, die nicht nur gefühlt zum Schneiden dick und heiß war, sondern von Staub und Dreck dermaßen geschwängert , dass man fast direkt in die Sonne schauen konnte und diese wie eine riesige helle Kugel über einem hing und ein Licht wie bei einer Sonnenfinsternis produzierte. Den Höhepunkt erreicht das Ganze dann noch bei einer Hilfsaktion gegenüber einem iranischen Lkw-Fahrer(Fotos sind nicht bearbeitet!!!). Dieser hielt uns an da ihm etwas von der Lichtmaschine gebrochen war und deshalb der Riemem abgesprungen ist. Nur hatte er weder passendes Werkzeug, noch passendes Wissen dafür, dies zu reparieren. Langer Rede kurzer Sinn, wir haben es dann zusammen repariert, wobei  er sich einen gefallen getan hätte wenn er einfach die Finger ganz davon gelassen hätte( und nicht noch mehr abbrechen) und es mich hätte machen lassen. Aber in dieser Stimmung, bei dieser Temperatur mitten in der iranischen Wüste an einem LKW zu schrauben, fand ich echt abgefahren…..

Die darauf folgende Nacht hat dann vollends den Vogel abgeschossen. Die Temperaturen sanken nie unter 40 grad, wir waren dermaßen zermürbt, dass wir nicht mal mehr Kartenspielen konnten und es nur noch mit nassen Klamotten aushielten.

Irgendwann kamen wir dann nach Hamadan. Dort bestiegen wir den 3600m hohen Alvand, und ließen in einem ganz hervorragendem Bouldergebiet die letzten Tage gemütlich ausklingen. Unsere nächtlichen Boulderaktionen haben richtig Spaß gemacht und dass wir auf Grund der Hitze den ganzen Tag zum Nichts tun verdammt waren, lief mir richtig gut rein. So konnte ich nochmal jede Menge Energie tanken,bevor ich mich auf den 3000km langen Rückweg nach Griechenland mache.

Tja, und irgendwie hab ich jetzt das Gefühl gar  nichts von dieser intensiven Zeit erzählt zu haben.  Es gäbe einfach soooo viel zu erzählen. Zu guter letzt muss ich aber nochmal  betonen, dass das Ganze eine extrem gute Zeit war, allein schon deshalb weil wir zu dritt waren. Es tat mir richtig gut mal wieder mit ein paar Kumpels unterwegs gewesen zu sein. Danke dafür Kollegas.

 

Klicken um Bilder zu vergrößern!

Klettern,Kultur und abgefahrene Landschaften -Welcome to Iran

24 Aug

Anmerkung: Dieser Artikel wurde schon früher von mir verfasst, konnte ihn aber auf Grund der Internetzensur im Iran nicht hochladen

Es ist soweit: Ich bin im Iran und es gibt soo viel zu erzählen.  Oh wei, wo soll ich nur anfangen? Beim 4 stündigen Grenzprozedere und die gemeinsame Einreise mit den irländischen Freaks der Mongolrallye? Bei der krassen Landschaft bestehend aus schroffen Gebirgswüsten, marmorierten Schotterdünenen, unendliche Trockenheit gepaart mit der grenzenlosen Weite riesiger Hochplateus? Bei der Freundlichkeit der Iraner und ihrem Feinsinn für stillvolles Ambiente und gutes Essen? Oder dass ich endlich das Ladereglerproblem lösen konnte und nach diversen Reparaturen mein LKW wieder in einem Topzustand ist?

Nein, als erstes muss ich erstmal sämtliche Vorurteile, welche über diese Land kursieren beseitigen. Der Iran ist meiner Ansicht nach das Land mit den meisten negativen Mythen, die einen als Individualreisenden direkt betreffen. Dazu zähle ich zum Bespiel das Thema: Diesel ist schwer zu bekommen und wenn dann nur in schlechter Qualität. STIMMT NICHT. Ja ok, man braucht tatsächliche diese Tankkarte und diese gibt es für Touristen nicht. ABER: Jeder Tankwart und LKW-Fahrer besitzt diese Karte und so gut wie jeder gibt einem mit großer Freude seine eigene. Damit kann man dann an den Dieseltankstellen, welche es wirklich genug gibt, seinen 300 liter Tank für 12 €!!!!!! füllen. Das ist echt genial und überhaupt kein Problem und wenn ich mir meine Filter anschaue erkenne ich keine schlechte Dieselqualität.

Auch der Mythos der willkürlichen Dieselsteuer, welche bei der Einreise erhoben wird ist und bleibt ein Mythos.

Dann wär da noch das Thema: SIM-Karte gibt es nicht für Ausländer.STIMMT NICHT. Ja ok, seit ca. 3 Monaten gibt es tatsächlich ein Gesetz in welchem steht, dass die iranischen Netzanbieter keine SIM-Karten an Touristen verkaufen dürfen. Nachdem die Dame am Schalter aber zwei Telefonate führte, löste sich auch dieses Problem in Nichts auf und ich bekam für 8€ eine 15GB SIM-Karte, welche einwandfrei funktioniert und mir zeigt, dass es selbst im Iran ein flächendeckenderes Netz gibt als in Deutschland. Nämlich (fast) immer und überall.

Oder das Thema: Der Iran ist eine Islamische Republik mit extrem strenger Auslegung des Islams, welche jegliche Lebensfreude, öffentliche Liebe etc. verbietet. STIMMT! ABER dem gegenüber steht ein Volk, welches aus westlicher Sicht gesehen, vor der Revolution schon so viel weiter, globalisierter, offener und moderner war, dass all die von oben herab bestimmten Alltagseinschränkungen so oft wie möglich umgangen oder uminterpretiert werden und ständig neue Grenzen ausgelotet werden. So tragen zum Beispiel ein Großteil der wirklich hübschen Iranerin ihr Kopftuch fast schon als Modeaccessoire, wobei man jede menge Haar sehen kann. Entweder wird es lässig um den Kopf gewickelt und als Schal auf den Rücken geworfen, wobei die ganze Geschichte, dann ganz schön am Hinterkopf hängt oder aber man lässt provokant anziehend ,sein „leider“ zu langes Haar auf dem Rücken unter dem Kopftuch herauswallen. Das Gesäß muss zweimal bedeckt sein? Kein Problem: Enge Jeans und weites Top bis kurz unter den Hintern erfüllen das doch, oder? Ich darf in der Öffentlichkeit nicht die Liebe zu meiner Freundin/Freund zeigen? Kein Problem, dann kuscheln wir halt während der Autobahnfahrt auf der Rückbank oder schmiegen uns beim Essen in einem leeren Restaurant aneinander. usw.

Dann wär da noch das Thema: Hunde sind im Iran verhasst und nicht toleriert.STIMMT NICHT. Ganz im Gegenteil: Ich lasse Mo regelmäßig im Karren, da die Iraner geradezu auf ihn abfahren, Videos und Fotos machen und es mir dadurch oft zu anstrengend erscheint, ihn mitzunehmen. Lediglich über den allgemeinen Umgang mit einem Hund könnte man sich an dieser Stelle beschweren. Es fehlt meiner Ansicht nach den Iranern aber einfach nur der Bezug zu solch einem Tier, weshalb ich sie dann schon auch manchmal in ihrem Enthusiasmus einbremsen muss.

Nur eine Sache ist tatsächlich kein Mythos: Es herrscht Druck im Kessel. Die Iraner sind unglaublich unzufrieden, eher hasserfüllt gegenüber ihrer Regierung. Prophezeien in den nächsten 6-12 Monaten die große Revolution und sehen es fast schon als Volkssport an die Regeln zu brechen und auszureißen. Apropos Sport: Geklettert wird im Iran natürlich auch oben ohne und in kurzer Hose. „Ich bin doch nicht blöd, ich mach doch grad Sport“ lautet die Rechtfertigung mit genüsslichem Grinsen von Hossein Sadeghi, welcher 2015 sogar am Boulderweltcup in München teilnahm. 

So könnte ich noch ewig weiter die Situation beschreiben, aber klar ist, dass die Iranische Regierung augenscheinlich nichts mit dem iranischen Volk zu tun hat und die Vorstellungen von einem guten Leben wohl kaum konträrer zueinander stehen können.

 

Doch nun noch ein paar Worte zu unserer Reise. Am 1. August kam ich mit ein paar Stunden Vorsprung gerade noch rechtzeitig am Flughafen in Teheran an um gegen 4 Uhr morgens Tobi und Jo in Empfang nehmen zu können. Mann hat mich das gefreut, zumal ich kurz davor auf Grund eines vermeintlichen Überfalls auf mich, nachts um halb zwei eine Angst durchleben durfte, die ich erst selten in meinem Körper verspürt hatte. Mit zweimaligen Polizeibesuch und Regelung der Sachlage durch den Polizeichef konnte das Ganze aber zum Glück als massives Missverständnis „geklärt“ werden, wobei ich aber immer noch nicht so genau weiß, was zwischen der Polizei und meinen vermeintlichen Überfallern (die sich dann irgendwie als Parkplatzwächter oder so entpuppten) genau ablief. „Go sleep“ hieß es vom Polizeichef als Abschied (mehr englisch konnte er nicht). Ja klar, schlafen. „Go Antiadrenalin- and feartherapie“ wär wohl passender gewesen.

Für uns drei war eigentlich klar was anstand. Kletterführer studieren und abfahrt ins nächste passende Klettergebiet. Bagaraghan lautete der Name. Dort warteten steile Tuffsteinwände auf uns und so verbrachten wir dort zwei Tage mit vollgas klettern, Lkw schrauben, Baden und Spieleabende. Auch in den Gebieten Anjedan bei Arak und Koh-e-Sefid in Isfahan staunten wir nicht schlecht über die Qualität der Felsen und Routen sowie die jeweiligen Landschaften drumherum. Lediglich die Hitze schränkte uns manchmal ein wenig ein, wobei für uns das Klettern hier nicht der einzige Sinn ist, sondern eher eine nette Nebenbeschäftigung während dem erkunden des Landes. Und eins sag ich euch. Die drei bzw. vier Wochen sind viel zu Kurz. Nicht nur weil das Land so riesig ist, sondern weil es einfach so viele Sachen zu bestaunen gibt und durch hetzen das wertvollste des Landes verloren geht: Die Freundlichkeit der Iraner und der damit verbunden Bekanntschaften und Erfahrungen.

Mittlerweile sind wir in Persepolis kurz vor Shiraz und wollen in den nächsten Tagen über den persischen Golf, parallel zu Irakischen Grenze wieder in den Norden des Landes fahren, da am 22. August die Flieger von Jo und Tobi fliegen.

Und jetzt viel Spaß mit den Bildern. Zum vergrößern drauf klicken.

Auf der armenischen Seidenstraße unterwegs in den Iran – wilder geht’s kaum

29 Jul

Hallöchen zusammen, ja der letzte Artikel ist zwar noch gar nicht lange her, aber die letzten Tage in Armenien waren so ereignisreich und abenteuerlich, dass es schon wieder viel zu viel zu berichten gibt.

Angefangen hat alles mit dem äußerst unharmonischen Abschied von Melli und Anton nachts um 4 Uhr am Flughafen von Tiflis. Eigentlich wollt ich ja noch mit rein in die Halle und die beiden dort ordentlich drücken. Parkplatzmangel und ein äußerst aggressiver Polizist haben den Abschied jedoch voll vermasselt und so wurden wir durch äußere Umstände von einer Sekunde auf die nächste voneinander getrennt. Mir blieb nichts anderes übrig als erstmal das Flughafengelände zu verlassen. Einen Kilometer weiter stand ich dann am Straßenrand, im dunkeln mit mega Kloß im Hals völlig übermüdet (nachts hatte ich nicht geschlafen) und wusste erstmal gar nichts. Inneres  Sortieren und Harmonieren war angesagt. So gut das halt geht, wenn man nachts auf dem Standstreifen einer fetten Straße steht. Hinzu kam ja auch wieder das Batterieproblem, welches eigentlich fahren mit Licht ausschließt. Auwei hatte ich da Schiss vor den kommenden Tagen allein. Immerhin habe ich Mo dabei – mein derzeit bester Beifahrer.

Mit Sonnenaufgang kehrte dann auch wieder Energie und Optimismus zurück und die Nachwehen des versauten Abschieds wurden kontrollierbar. Und so machte ich mich morgens um 6 Uhr auf den Weg zur armenischen Grenze. Der Grenzübergang sorgte dann aber wieder für innerliche Unruhen meinerseits. Die Grenzer waren unter aller Sau. Sowas von unhöflich und verbittert. Fahr ich grad in den Knast oder nach Armenien? Als dann auch noch ein Soldat schreiend an meiner abgeschlossenen Beifahrertür rumriss und Mo dazu fleißig eskalierte, hatte ich echt die Schnauze voll. Solche Idioten. Die Zöllner hingegen waren die Nettigkeit in Person. Begleiteten mich bei dem Abschließen einer Autoversicherung, der Mautbezahlung usw. Nach fast zwei Stunden konnte ich dann endlich nach Armenien einreisen. Auf einer der miesesten Schlaglochteerstraßen, fuhr ich mit ca. 30 Km/h immer weiter in das Land hinein, fuhr durch abartig grobgeschotterte steile unbeleuchtete Tunnels, durchquerte Matschpassagen, die ich nur fuhr weil man mir sagte, dass sei tatsächlich die Straße usw. Zwei laute krachende Schläge auf mein Lenkrad ließen mir fast das Herz in die Hose rutschen. Achsbruch? Federbruch? Achsschenkelbruch? Bremstrommel zerrissen? Spurstange rausgehauen? Lenkgetriebe zerlegt? Doch nichts dergleichen. Anscheinen ging nochmal alles gut. Also weiter. Irgendwann wurde die Straße dann richtig gut, führte durch wunderschöne Gebirgslandschaften und nach guten 9 Stunden fahrt und 228km schlug ich mein Lager am Sewansee auf. Ich war komplett fertig. Seit 36 Stunden nicht geschlafen und soviel Action dabei. Aber eins war mir da bereits klar. In Armenien liegt der Hund begraben. So wenig Siedlungen, so eine wilde, weite Landschaft und so eine wahnsinnig nette Bevölkerung. Nett ist eigentlich das falsche Wort: Lieb trifft es irgendwie besser. Wann immer ich Kontakt mit einheimischen hatte, habe ich mich fast schon behütet gefühlt. 

Am nächsten Tag ging es dann weiter durch riesige  Hochflächen und Pässe, massive Gebirgslandschaften und ärmliche Dörfer. Und die Straße war mir hold. Ein richtiger Erholungsfahrtag der abends an einem Stellplatz irgendwo im nirgendwo in den grünen Bergen Armeniens endete und sogar noch die Mondfinsternis für mich bereit hielt. Wahnsinn. Das hat sich fast schon magisch angefühlt. Gut erholt und fast schon euphorisch machte ich mich dann gestern morgen weiter auf den Weg Richtung Iran- auf der armenischen Seidenstraße. Ich kam sogar an einer alten Karawanserei vorbei. Doch nach ein paar Kilometern, als ich nochmal mein Navi checkte und feststellte, dass es mich durch Aserbaidschan in den Iran führt, änderte sich alles. Ich konnte diese Route nicht fahren, da ich kein Visum für dieses Land habe und so musste ich die einzige „Straße“ nehmen die durch Armenien an die Grenze führt. Diese sah zwar sehr kurvenreich aus, war aber groß als H45 angeschrieben und ein Schild besagt Meghri (Grenzort) 135km. Na dann mal los. Leute ich sags euch: Ich hab richtig kassiert. Der steilste Teil der „Straße“ ,ca. 50 km, war nur geschottert und so steil, dass ich den Großteil der Strecke lediglich im Lastengang fahren konnte – erhöhte Schrittgeschwindigkeit. Hinzu kam noch, dass die Straße phasenweise so vom Wasser zerfressen war und so tiefe Löcher und Furchen hatte, dass selbst die Einheimischen auf die Steilhänge auswichen, da die Straße schlichtweg nicht befahrbar war. In einer Kurve sah ich meinen Karren  fast  schon umkippen. In andern Passagen war die Straße bis auf knappe 2m Meter zu gewachsen und die Tatsache, dass ich kaum andere Fahrer traf, lies dann doch ein leichtes Gefühl der Beklemmung in mir auf kommen. Ich habe für die 50 km über 3 Stunden gebraucht und war so froh als ich wieder Asphalt unter den Reifen hatte. Ich habe es geschafft. Das war mit Abstand das übelste unserer gesamten Reise soweit. Nach 8 Stunden Fahrzeit und 160 km steh ich nun auf dem 2500 Meter hohen Meghripass und legte erstmal einen Ruhetag ein.  An diesem habe ich nachmittags eine Wanderung unternommen. Was für ein Gefühl in einem riesigen Tal immer weiter zu laufen, zu wissen am Ende liegt Aserbaidschan und es gibt keine Spur menschlichen Lebens. Nichtmal einen Trampelpfad. Wunderschön.

In den Iran sind es noch 40 km und es scheint nun alles Asphaltiert zu bleiben – bis nach Teheran!? Mein Abenteuerdurst ist auf jeden Fall erstmal gestillt. Und jetzt freu ich mich darauf Jo und Tobi (ein Kumpel der sich Spontan entschied mitzukommen)  in Tehran zu empfangen. Da bahnt sich wohl eine neue Ära an =)

Und jetzt viel Spaß mit den Bildern. Zum vergrößern einfach drauf klicken.

Entspannte Tage vor dem Abschied

25 Jul

In Magnetiti am Meer sind wir letztlich ganz schön hängen geblieben. Zuerst trafen wir zwei Köllner, die mit ihrem Bus bis nach Bali fahren wollten und genossen mal wieder den Input anderer Reisender. So kam ich nicht nur dazu auf einer Hangdrum spielen zu dürfen sondern die beiden hatten sogar ein Surfbrett dabei und ich machte meine ersten Versuche im Wellenreiten. Wahnsinn wie viel Laune das macht. Dann trafen wir auch den Russen Max mit seiner Familie der sein ganzes Auto voll mit Instrumente hatte und in der Nähe von Moskau mit seiner Frau ein Theater aufgebaut hat um mit Kindern Musik zu machen und die Harmonie der Natur zu zeigen, „because our System want to make us like workingmachine.“ Und so verbrachten wir ein paar Abende auch noch mit zusammen Musikmachen. Uns so ging es irgendwie die ganze Zeit weiter. Naja, irgendwann hiess es dann aber doch Abschied nehmen und wir machten uns auf den Weg nach Tiflis, da von dort aus Melli und Anton für ein paar Wochen nachhause fliegen. Unterwegs lies die Beschilderung „Teheran 1300km“ mein Herz höher schlagen, da dies ja mein nächstes Ziel ist um Jo vom Flughafen abzuholen. Da wir noch Zeit hatten verbrachten wir die letzten Tage in und um Tiflis, an diversen Seen mit teilweise genialen Stellplätzen und klapperten die Boulderhallen in Tiflis ab. Leider waren alle geschlossen und sahen noch dazu extrem schäbig aus. Schade.

Aber eines muss ich über Georgien echt festhalten: es ist ein wunderschönes Land, mit sämtlichen Landschaftsgarten und sämtlichen Klimazonen auf engen Raum. Die Bevölkerung ist äußerst nett und die Möglichkeiten (Wandern, Bergsteigen, klettern, surfen, Museen, Kultur etc.) unendlich groß Es hat sich für uns als ein kleines neues Lieblingsland entpuppt und ich kann jedem nur empfehlen, hier ein paar Wochen zu verbringen. Selten ein Land mit so viel Abwechslung auf so engen Raum bereist.

Für mich geht es jetzt wie bereits erwähnt durch Armenien in den Iran. Ich hoffe es klappt alles Thema: Kein Geld abheben können, angeblich kein Handynetz, Diesel gebt es nur in schlechter Qualität und ist insbesondere für Ausländer schwer zugänglich usw. Ich bin gespannt.

Und jetzt viel Spaß mit den Bildern, zum größer machen einfach drauf klicken.

 

Georgien – let the good times roll!

15 Jul

Es hat geklappt. Ich konnte tatsächlich nach ein paar Tagen mein  fertiges Visum in Trabzon abholen. Wie geil ist das denn. Ab diesem Moment gab es nichts mehr was uns dort festgehalten hätte und wir machten uns noch am selben Nachmittag auf den Weg in Richtung Georgien. Eigentlich wollten nur ein paar Kilometer fahren und noch eine Nacht an der türkischen Schwarzmeerküste verbringen…papalap. Die Türken haben das nämlich ganz toll hingebracht. Auf einer Strecke von über 200 km führt eine mega fette vierspurige Schnellstraße direkt an der Küste entlang. Es gibt weder Strände noch die Möglichkeit irgendwo am Meer anzuhalten und zu übernachten. Also ich sag dazu jetzt nichts…..So kam es aber, dass wir an diesem Nachmittag nicht nur über 200km fahren mussten, sondern unweigerlich abends um 20:00 Uhr an die georgische Grenze fahren mussten. Tja, das Ganze hat dann tatsächlich 5 Stunden gedauert bis wir dann endlich einreisen durften. Unglaublich. Die ursprüngliche Bammel, ob es für uns nicht wieder die klassische Art von Stress erzeugen könnte, wie im letzten Artikel ja beschrieben, erwiesen sich als unnötig. Ganz in Gegenteil: Klar waren wir fertig, Visa, Großstadt, 250km fahren, Grenzprozedere… das dann noch alles an einem Tag. Dafür aber war es nachts kühl und Anton schlief fast die gesamten  fünf Stunden durch. Von daher hatten wir es echt gut getroffen. Um halb zwei nacht standen wir endlich in Georgien. Nach dem organisieren einer SIM-Karte und das abschließen einer georgischen Versicherung (wir hatten eine total netten Helfer dafür) und die Bekanntschaft mit einem Geldautomaten der Stromschläge verteilt. kamen wir dann nachts um halb drei in Batumi an.Was für eine Stadt. Dort verbrachten wir gleich drei Tage, da es uns dort so gut gefallen hatte und wir fast direkt am Meer mitten in der Stadt einen Stellplatz gefunden hatten wo sogar Anton und Mo bedenkenlos draußen sein konnten. Und das in der Stadt!!! Hinzukamen die netten Georgier, und die Mischung aus alten und neuen Häusern, die selbst mir als tendenzieller Stadthasser richtig gut gefallen haben. Batumi ist ein Phänomen für sich. 

Von dort aus fuhren wir weiter in das Machakhele Tal und trafen dort Melano und ihre Familie in dem minikleinen Sackgassendorf Zeda Chkutuneti. Das witzige: Melano wohnt seit zwei Jahren in Hamburg, spricht perfektes deutsch und war gerade auf Familienbesuch. Direkt wurden wir eingeladen zu diversen Abendessen (mit silbergemachten Wein, Käse, Brot und anderen Spezialitäten), Schnapsbrennen bei ihrem Onkel und sie zeigte uns das ganze Dorf und die Umgebung drumherum. Danke Familie Kobuladze es waren geniale Tage. Was man noch erwähnen kann. Das Tal hat tropisches Klima und ist wirklich dschungelartig. Und abartig eng: ich hab mir bei einer Brückenüberquerung ganz schön die Tür verdonnert und den Rest mit Hammer und Meißel noch von der Brücke abschlagen dürfen. Von dort aus führte unser Weg weiter über den 2000m hohen Goderzipass. Was für ein Abenteuer. Über 50 km Schotterschlaglochmatschpiste durch den kleinen Kaukasus im Süden des Landes. Wir durchquerten kleinste Siedlungen, hatten Aussichten auf die weiten Täler des Gebirges und fahrtechnisch war alles dabei. Ein LKW ist sogar im Schlamm stecken geblieben und musste von einem Dreichachsallrad Monsterlkw abgeschleppt werden. Doch unser Haus hat alles hervorragend gemeistert. Auf dem Pass war dann ziemlich schlechtes Wetter und nach einer Rast im Restaurant „Edelweiss“ hihihi, wollten wir weiter fahren. Leider machte aber unser Lkw seit diversen Tagen Probleme beim Starten, da ja wie schon erwähnt der Laderergler der LiMA spackt. Von daher muss ich die Startbatterien immer wieder an unseren Generator hängen und dann läuft alles Problem los. Über Borjomi machten wir uns dann auf den Weg in den Nördlichen Kaukasus und die immerweißen 5000er zu bestaunen. Unterwegs trafen wir auf richtig nette tschechische Motorradfahrer die von der polnischen Grenze bis nach Georgien in 5 Tagen gefahren sind!!!!! Außerdem übernachteten wir noch an einem 30 Grad warmen Fluss. Bei ca. 35 Grad Lufttemperatur war das wahrlich keine Abkühlung.Und dann ging los. Wir wollten über den 2600m hohen Zagarpass nach Mestia fahren. Das Zentrum des Großen Kaukasus. Allerdings stellte sich der Pass nach ein paar Stunden fahrt (5-10kmh) für uns als unüberwindbares Hindernis dar. Zu tief Löcher, Bachdurchquerungen, ständiges Aufsitzen, abgerutschte Straßen sowie eigentlich viel zu enge Passagen mit Absturzgefahr, zwangen uns irgendwann dazu an einer kleinen Ausbuchtung umzudrehen. Melli ist ein teil des Rückwegs dann sogar gelaufen-kann ich nachvollziehen. Also dass war selbst mir fast zu heikel. tja, da waren wir aber wieder ganz schön unterwegs. Aber wir hatten ja gelernt, dass das nicht so gut für uns ist und so kommt es, dass wir nun seit ein paar Tagen bei Magnetiti am Schwarzen Strand stehen und einfach nur chillen. Mit Anton baden, den Karren auf Vordermann bringen (der hat nämlich ganz schön gelitten) Melli’s 40. Geburtstag feiern und uns einfach nur freuen, dass wir unterwegs sind und es nie langweilig wird. Und jetzt schaut euch am besten einfach selber die Bilder an. Jaja ich weiß da ist manchmal ganz schön schlecht Wetter drauf aber das ist hier ganz anders als in Deutschland, denn hier hat es immer mind. 25 grad.