Bald gehts wieder los – Endlich !

3 Apr

Hallo zusammen,

ja es ist so weit. Nach fast 4 Jahren sesshaft sein, geht es für mich in knapp 5 Wochen, am 7. Mai endlich wieder für längere Zeit auf Reise. Geplant ist ein Jahr. Doch was heißt hier für mich? Für UNS!! Denn in den letzten 4 Jahren ist tatsächlich, auch ohne beständig durch die Welt zu fetzen, einiges passiert – das hätte ich ja nie gedacht =) Und genau darüber soll dieser Artikel berichten. 

Wir schreiben den Sommer 2014, nach fast zwei Jahren mehr oder weniger ununterbrochen unterwegs zu sein, lernte ich meine Freundin Meli kennen. Oh jee, schwupp di wupp waren alle meine Pläne in Innsbruck zu studieren um nebenher den Bergführer zu machen vom Tisch gefegt.

Da Meli bereits zwei Kinder in diese Welt gesetzt hat, war sie definitiv der, örtlich gesehen, unflexiblere Teil in unserer Beziehung. Daher stand ich nach kurzer Zeit vor der Entscheidung, wo und was ich sonst Ausbildungstechnisch anfangen könnte. Die Wahl fiel dann auf Tübingen, um das ach so tolle Studium der Sozialen Arbeit zu bestreiten. Daraufhin folgten erst einmal diverse Krisen meinerseits und als dann auch noch der Kinderwunsch ihrerseits geäußert wurde, sah ich mich selber schon halb beerdigt….Nie wieder klettern, nie wieder reisen, nie wieder mit Kumpels unterwegs sein,sich selbst ausrangiert und in Kirchheim für immer eingeparkt, im jungen Alter schon nur wegen der Liebe, sein Schicksal, an das damals so verachteten Spießbürgertum mit Haus, Katze, Hund und KIND, zu verscherbeln. Ja das waren die Szenarien die mir mein beschränkter Verstand, vor dem Hintergrund der rasanten Veränderungen in meinem Leben, vorgaukelte. 

Und doch konnte/ wollte ich nicht gehen. Zumal mir Meli schon ziemlich früh mitteilte, dass sie prinzipiell sehr großes Interesse daran hätte eine lange Reise mit mir zusammen anzugehen.

Kurz darauf kündigte sich Anton durch das wölben von Melis Bauch an und mein Schädel lief auf Hochtouren.Was kommt da jetzt auf mich zu? Kann ich das Überhaupt? Was ist mit meinem Klettersport? Wie reagieren meine Freunde? Wie kann eine Reise mit Kind aussehen? Was werden wir wohl brauchen?Wann kann es los gehen? Die kurze Zusammenfassung der relativ langen Findungsphase lautet: An Antons zweiten Geburtstag wollen wir uns für ein Jahr mit einem LKW auf die Socken machen.

So bald dieser Plan stand war ich Feuer und Flamme. Es war Öl ins versandete Getriebe meines Verstandes. Es gab eigentlich nur noch eine Frage zu klären. Wie das alles finanzieren? Ich war Student mit Baustellenjobs und einem 450 € Minijob und Meli Halbtagsjobberin mit zwei Kindern. So einigten wir uns, dass Meli jeden Monat für die Reise spart und ich das komplette Projekt LKW zu verantworten habe. Und dann gings los. LKW Führerschein machen, Anton wurde geboren, Lkw kaufen. Daraufhin folgte ein sehr volles Jahr. Anton versorgen, Arbeiten, Lkw ausbauen,Hühner, Hasen, Meerschweinchen, Mäuse loswerden, Studieren und Bachelorarbeit schreiben, Arbeiten anfangen  uvm. und Anton versorgen, und Anton versorgen und Anton versorgen. Ach und noch was: Anton versorgen. 

Und jetzt endlich ist es soweit. Wir haben es geschafft über zweieinhalb Jahre an unserem Plan zu glauben und daran zu arbeiten. Und im Nachhinein bin ich dankbar für die Zeit, ohne die ich vlt. immer noch nur unterwegs wär, ohne Ausbildung, ohne Anton und Meli und ohne unserem LKW (oder sonst einem realisierten Langzeitprojekt). In knapp 5 Wochen soll es losgehen und somit auch dieser Blog weiter geführt werden. Wir freuen uns drauf

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So klein war wer, der Hosenscheißer

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Da ist er ja

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Fleißiger Helfer

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Das Ergebnis nach eineinhalb Jahren Arbeit

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Anton fühlt sich wohl

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Einen größeren tank hab ich auch eingebaut

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zwischendrin wars ganz schön chaotisch

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Frisch lackiert

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So hab ich ihn gekauft

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Die erste Ausfahrt ins Allgäu mit original Feuerwehrausstattung noch verbaut.

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Taghia

22 Mai
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Jo in der „Au nom de reforme“ 6c+

Die letzten 2 Wochen verbrachten wir wieder in der Taghia. Allerdings kamen wir nicht zusammen an, da es Juli und Rosa auch noch ziemlich mit dem Magen erwischt hatte und sie Marrakech erst später verlassen konnten. Aber als dann alle wieder fit waren, hieß es klettern bis zum Umfallen. Am ersten Tag kletterten Jo, Anne und ich die 300m lange „La reve de Aicha“ 6a+ um uns einzugewöhnen und zu testen, ob Anne mit ihrem lädierten Finger überhaupt klettern kann. Fazit: Nein. Armes Mädel, ich wär gestorben. Klettertechnisch waren wir also nur noch zu viert und so stiegen Jo und ich direkt am nächsten Tag in die 300m hohe Westwand des Toujdad ein, um die wunderschöne Route „Au nom de la reforme“ 6c+ zu klettern. Bombiger, dunkelroter Fels und die Tatsache mit meinem kleinen Scheißer mal wieder unterwegs zu sein versetzten mich echt in ein Hochgefühl.Haha. In den nächsten Tagen folgten Routen wie die „Belle et Berbere“ oder „Classe montagne epinal“. Beide um die 300m lang und 6c.

 

Ein richtiges Highlight war die 500m lange Route „Les rivieres pourpres“ 7b+. Um 5 Uhr standen wir auf und machten uns auf den Weg zum Wandfuß. Gegen 7 Uhr stiegen wir dann ein. Doch Juli klagte über Übelkeit und ich hatte Dünnschiss. Klasse. Vor uns lagen ja nur 16 Seillängen und davon acht zwischen 7a und 7b+. Naja, wir stiegen trotzdem ein und abgesehen davon, dass an Stand sechs meine Hose ein wenig schwerer wurde ; ), lief alles rund und wir konnten die komplette Route onsighten. Nach 9 Stunden Vollgas klettern kamen wir ganz schön erschöpft auf dem Gipfel des Toujdad an und nach 13 Stunden waren wir wieder an unserer Unterkunft wo wir schon freudig erwartet wurden. Nach diesen fünf Klettertagen war ich echt ein Wrack und legte erstmal zwei Ruhetage ein, in denen ich Anne nach Zaouiat begleitete, da sie von dort ihre Heimreise antreten musste.

 

Komplett erholt stiegen wir dann in die Traumroute „l’Axe du Mal“ 7c ein, die durch die 550m hohe Westwand der Tadrarate zieht. Auch hierfür standen wir wieder um Fünf Uhr auf, da allein der Zustieg schon zwei Stunden in Anspruch nahm. Als ich dann vor dieser Wand stand, dachte ich, ich tick nicht richtig. Noch nie habe ich so eine dunkelrote, fast unstrukturierte, senkrechte bis leicht überhängende Wand gesehen. Wie sollten wir da durchkommen? Abgesehen davon machte mein Magen ganz schöne Faxen an diesem Morgen (Aaah nicht schon wieder). Doch zu unserem Erstaunen konnten wir bis auf eine Platten-7b+, bei der leider der Fuß kam, alle 15 Seillängen frei klettern. Die Route ist, abgesehen von ein paar Verschneidungen, die reinste Plattenkletterei gewesen an der sich im oberen Teil, sieben Seillängen zwischen 7a und 7c aneinander reihen. Danach schmerzten mir ganz schön die Füße und als wir nach knapp 14 Stunden wieder „daheim“ waren, hatte mein Magen sich zu einer richtigen Rebellion entschieden. Na vielen Dank.

 

Nach einem weiteren Ruhetag kletterten wir die Route „Fantasia“ 7c, die durch die 600m lange Ostwand des Tagoujimt n’Tsouiannt zieht. Allerdings kletterten wir nur die ersten 500m Meter, da die Ausstiegsseillängen Bruchgelände im dritten Schwierigkeitsgrad boten und absolut unlohnend waren. An diesem Tag spürten wir aber die Anstrengungen der letzten Tage. Abgesehen davon hatte es den ganzen Tag ganz schön gewittert und Blitze zuckten über den Himmel. Beim Abseilen passierten auch noch zwei Pechsituationen und ich war heilfroh nach elf Stunden endlich aus der Wand zu sein. Trotzdem war auch diese Route ein echtes Meisterwerk der Erschließer.

 

Nachdem wir ein paar Tage in leichteren Routen verbracht hatten, stiegen Juli und ich dann doch noch in die 400m lange „Shucran“ 7c ein. Noch nie bin ich an so rauen und scharfen Fels geklettert. Bei Felskontakt wurden teilweise einzelne Fäden aus unseren Klamotten gezogen, da der Fels mit winzigen Nadeln bespickt war. Oben angekommen war meine Haut erstmal durch und ich hatte sogar blaue Flecken an den Fingerkuppen. Zum Glück war das eh der vorletzte Tag.

 

Mit insgesamt 13 Routen, über 5000 Klettermeter und 140 Seillängen war der Aufenthalt in Taghia ein voller Erfolg und ich freu mich auf die Heimreise.

 

Besonders schön waren auch immer die Abende und Ruhetage, da wir einfach ein guter Haufen sind. Wenn wir nicht gerade in den Wänden hingen spielten wir Karten, hörten Musik, schauten Filme oder gingen Baden. Außerdem werden wir hier von der Familie wie ihre eigenen Kinder behandelt und man kommt sich vor wie im Paradies. Und obwohl wir eigentlich keine wirkliche gemeinsame Sprache haben (bisschen französisch), verstehen wir uns alle bestens hier. Und so sehr ich mich die letzten Tage auf zu Hause gefreut habe, so sehr werde ich die Menschen mit ihrer Fürsorge und Gastfreundschaft vermissen. Sie sind mir echt ans Herz gewachsen. Ich komm wieder.

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Steile Kletterei in der „rivieres pourpres“ 7b+

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Zaouiat

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„L’Axe du mal“ 7c

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„Fantasia“ 7c

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Gemüüüütlich

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Toubkal – der höchste Berg des Atlas

3 Mai

Der letzte Blogeintrag ist zwar erst vor kurzem rausgekommen, nichts desto trotz ist schon wieder eine Menge passiert: Nach zwei Tagen warten in Marrakesch waren wir am 29. endlich komplett. Und so machten wir fünf, Jo, Rosa, Anne, Juli und ich uns direkt am nächsten Tag auf den Weg nach Imlil um den 4167m hohen Toubkal zu besteigen. Imlil liegt auf 1700m und ist ein ziemlich kleiner Ort, der aber doch ziemlich touristisch ist, da von hier aus alle möglichen Leute den Toubkal besteigen wollen. Eigentlich dachten wir, dass wir uns in Imlil erst einmal ein wenig organisieren müssten, klären ob man Steigeisen braucht, essen einkaufen usw. Das alles erledigte sich aber wie im Flug und so machten wir uns mit Zelt, Kocher, Schlafsack und Essen für drei Tage auf den Weg. Sämtliche Führer oder Gepäckträger lehnten wir wieder dankend ab, wir wollten wieder komplett unabhängig unterwegs sein. Um zwei Uhr nachmittags liefen wir dann bei bestem Wetter los und erledigten die ersten 1400Hm in vier Stunden und schlugen unsere Zelte an einem wunderschönen Platz in der Nähe eines Flusses auf 3100m auf. Den Abend verbrachten wir unter Sternenhimmel mit kochen, Musik hören und Geschwätz. Wir hatten uns ja alle jede Menge zu erzählen.

Den nächsten Tag ließen wir auch wieder sehr gemütlich angehen und frühstückten in der Sonne. Gegen zehn Uhr machten wir uns dann auf den Weg zum Gipfel. Der Aufstieg ist alles andere als schwierig nur merkt man mit der Zeit, dass die Luft dünner wird. Während wir aufstiegen kamen uns Massen von Menschen entgegen und so waren wir, als wir gegen 14:00 Uhr auf dem Gipfel waren komplett alleine. Wir hatten bestes Wetter und eine mega Aussicht und so verbrachten wir dort oben gut anderthalb Stunden mit essen, schlafen und Faxen machen. Dank Jo konnten wir sogar eine richtige Gipfeljause mit Dosenwurschd und Landjäger einlegen.

Die Nacht verbrachten wir wieder auf 3100m im Zelt und machten sogar ein kleines Feuer. Es war echt perfekt. Doch die Nacht hatte noch eine üble Überraschung auf Lager: In den Morgenstunden hörte ich ein leichtes Tropfen auf dem Zelt und ich dachte mir nichts dabei. Doch nur zehn Sekunden später tat es einen riesen Schlag, blitzte, donnerte und prasselte es auf unser Zelt. Mein Vorzelt hat es sofort herausgerissen und als ich versuchte die Rucksäcke ins Zelt zu retten wurde der Schnee bis zu unseren Füßen hineingestürmt. Das wars dann mit trockenen Schlafsäcke. Doch zum Glück blieb das Zelt ganz. So ein Gewitter hab ich echt noch nie erlebt. Nach einer halben Stunde war der Spuk vorbei und wir stiegen am nächsten Tag ab. Der Toubkal war ein voller Erfolg und eine wunderschön entspannte Aktion.

Jetzt sind wir wieder in Marrakech und Jo und Anne hat es ganz schön mit dem Magen erwischt. Deshalb fahren wir erst morgen in die Taghia um dort wieder große Wände einzureißen. Yalla.

Ach ja, und am 23.5. fliegen wir zurück nach Barcelona. Dann geht auch diese Reise langsam aber sicher zu Ende.Exif_JPEG_PICTURE Exif_JPEG_PICTURE

Toubkal 4167m

Toubkal 4167m

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Quer durch den Atlas in die Taghia

27 Apr

Wie geplant haben wir am 17. April die Todraschlucht verlassen, um zu Fuß quer durch das Atlasgebirge in die Taghia zu laufen. Wir waren zu siebt. 2 Nomaden, 2 Mulis, 1 Esel, Juli und ich. Die Tiere trugen das ganze Klettermaterial, Kocher, Geschirr, Waser und Essen für fünf Tage usw. und so konnten wir ohne Gepäck auf dem Rücken nebenher Trotten. Unsere Tage sahen in der Regel so aus: morgens standen wir gegen acht auf, frühstückten Fladenbrote und tranken viel zu süßen Tee. Danach bepackten wir die Tiere und marschierten los. Das Tempo war echt nicht das Schnellste aber ziemlich konstant. Wir liefen jeden Tag zwischen acht und zehn Stunden und legten nur eine Mittagspause ein in der wir aßen und mal wieder Tee tranken. Abends machten wir Feuer, trommelten, kochten, lernten berberisch und hatten echt eine extrem entspannte Zeit. Die Nächte schliefen wir unter Felsblöcken, Überhängen oder unter freiem Himmel.

Die meiste Zeit führte unser Weg auf winzigen Pfaden durch riesige steinig karge Berglandschaft mit riesigen Tälern und Plateaus. Wir waren fast immer auf über 2000m und kamen sogar öfters an die 3000m hoch. Ein paar Nomaden, die hier noch fast wie in der Steinzeit in Höhlen und Erdhäusern leben um ihre Ziegen zu halten, waren die einzigen Menschen de wir trafen. Wir waren richtig weg vom Schuss und mich faszinierte diese Leere und Weite jeden Tag aufs Neue. Am letzten Tag mussten wir über einen verschneiten Pass den die Tiere nicht überwinden können und so trennten sich hier die Wege der zwei Berber und uns und wir nahmen den 1000 Hm Abstieg völlig überladen auf uns. Jeder hatte zwei Rucksäcke und ich hatte zum ersten Mal bereut mir so eine fette Trommel gekauft zu haben. Haha.

Aber kaum sind wir in dem malerischen Bergdorf Taghia angekommen, war mir klar: ich bin im Paradies.Taghia liegt in einem wunderschönen saftig grünen Tal auf 2000m. Es gibt keine Straße oder Feldweg sondern nur kleine Pfade. Drum rum ist die Erde dunkel lila und danach schießen die bis zu 900m hohen Felswände in den blauen Himmel. So viele und intensive Farben hab ich erst selten gesehen. Kein Vergleich zu den Tagen davor. Und auch hier sind wir richtig weg von allem. Um ins Internet zu kommen müssten wir nach Azilal. Das heißt zwei Stunden absteigen und dann drei Stunden Bus fahren. Unglaublich. Hier gibt es nichts. Kein Empfang, kein Internet, kein Telefon usw. Erst seit einem Jahr gibt’s hier Strom. Andere Welt. Aber das braucht man ja auch nicht wenn man die besten Routen direkt vor der Nase hat.

Nachdem wir erstmal einen Ruhetag eingelegt hatten an dem wir uns und unsere Sachen mal wieder in Stand gebracht haben legten wir vollgaslos . Am ersten Tag durchkletterten wir die 500m hohe Nordwand des Oujdad mit der Route „Dance Avec le Muli“ 6c+. Das ganze wurde dann aber psychisch ziemlich anspruchsvoll, da es auf einmal weder Stände noch Bolts gab und wir mit unserem wenigen Material uns selbst einen Weg durch die Wand suchen mussten. Naja, nach 13 Stunden Vollgas waren wir wieder unten. Am nächsten Tag kletterten wir die 300m lange „Zebda“ 7b+ und zu meiner großen Freude konnte ich alle Seillängen auf Anhieb durchsteigen. Nach einem Ruhetag standen wir um 4:30 Uhr auf und kletterten die 700m lange „Barrakka“ 7b, an der Westwand des Oujdad. Wir hatten eigentlich den ganzen Tag eingeplant, fetzten die Route aber in fünf Stunden durch und stiegen am selben Tag noch nach Zaouiat ab um am nächsten Tag über Azilal nach Marrakech zu fahren. Hier warten wir jetzt auf unseren Besuch.

Irgendwo im Nirgendwo

Irgendwo im Nirgendwo

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Hinter uns ist das Massiv der Taghia

Hinter uns ist das Massiv der Taghia

Das Berberdorf Taghia

Das Berberdorf Taghia

Die Nordwand des Oujdad. Im hintergrund der Toujdad.

Die Nordwand des Oujdad. Im hintergrund der Toujdad.

 In der "Barraka" 7b

In der „Barraka“ 7b

Die 700m hohe Westand des Oujdad

Die 700m hohe Westand des Oujdad

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Merzouga-Sand, Sand, Sand

15 Apr

Am Samstag verabschiedeten wir uns von Papa um uns auf den Weg nach Merzouga zu machen und ein paar Tage in der Wüste zu verbringen. Mit dem Bus ging es stundenlang durch steinige Einöde in der immer wieder Nomadenzelte zu sehen waren. Aber so interessant und neu auch alles war, hier zu leben kann ich mir nur sehr schwer vorstellen. Abends erreichten wir dann Merzouga und ich wurde direkt vom Anblick der 160m hohen Dünen des Erg Chabbi überwältigt. Sofort drängten sich mal wieder Leute auf und wollten uns Kameltouren und sonstigen Tourischwachsinn verkaufen. Doch dafür waren wir ja nicht hier und wir lehnten dankend ab. Wir hatten Zelte, Schlafsäcke, Kocher, Essen und vor allem Wasser für ein paar Tage dabei und so stapften wir noch am selben Abend relativ ziellos in den Riesensandkasten hinein. Ich sprühte vor Freude. Endlich in der Wüste, alles kam mir so weitläufig vor, nur Sand und wunderschön verblasene Formationen. Als es dunkel war schlugen wir unser Lager auf, saßen im noch warmen Sand und verbrachten die Nacht im Freien unter dem Sternenhimmel.

Für den nächsten Tag hatten wir uns eine ziemlich hohe Düne vorgenommen und nachdem wir ausgeschlafen hatten, zogen wir los. Doch das war ein Fehler. Alter Schwede war das heiß. Gegen Nachmittag waren wir überwältigt und legten uns in den Schatten unserer Zelte. Wir redeten nicht, wir bewegten uns nicht und ich konnte nicht mal lesen, da das klare Denken in diesem Moment echt ein Ding der Unmöglichkeit war. Es war so heiß, dass wir uns sogar die Füße im Sand verbrannten. Unglaublich. Mit der sich senkenden Sonne kam die Energie zurück und wir erreichten kurz vor Sonnenuntergang den höchsten Punkt. Die Wüste hatte sich zu diesem Zeitpunkt in ein Spektakel aus geschwungenen braunen und ockerfarbenen Wellen verwandelt. Ich konnte nur Staunen.

So schön diese Momente waren, so aufreibend war die folgende Nacht. Der Wind peitschte die ganze Nacht Sand in unsere Gesichter und Schlafsäcke. Zum Schutz verkroch ich mich in meinen Schlafsack (die Zelte konnten wir im Sand nicht abspannen) und schwitzte wie ein Bär. Am nächsten Tag sind wir dann früh aufgestanden um in der morgendlichen Kühle die Wüste wieder zu verlassen. Und das hat sich gelohnt. Nicht nur der Sand war kühl, sondern durch die tiefstehende Sonne warfen die Dünen schwarze Schatten und alles wirkte total plastisch. Den Rest des Tages verbrachten wir damit unsere Ausrüstung wieder in Stand zu bringen und vom Sand zu befreien, da der Sturm die Sandkörner in jede noch so kleine Ritze getrieben hat.

Für Leo geht es die Tage wieder heim und Juli und ich werden versuchen mit einem Esel einmal quer durch das Atlasgebirge zu wandern. Von der Todraschlucht in die Taghia. Mal schauen ob es uns gelingt und alles klappt.Exif_JPEG_PICTURE Exif_JPEG_PICTURE Exif_JPEG_PICTURE Exif_JPEG_PICTURE

 

Todraschlucht

10 Apr

Die letzte Woche haben wir in der Todrachlucht zum Klettern verbracht und die Kletterei kann sich echt sehen lassen. Die ersten Tage verbrachten wir mit Sportklettern um uns an den Fels zu gewöhnen. Der Sektor „Elephante“ mit seinen steilen 7c’s hatte es uns besonders angetan und so mussten die höheren Wände erstmal ein wenig auf uns warten. Doch dann war es soweit und wir stiegen zu dritt in die Route „Chibania“ (250m, 6b+) ein um den „Pilier du couchant“ zu erklettern. Die Felsqualität war vom feinsten und die Route folgte total logisch einer schönen Verschneidung. Am Abend entschieden sich Juli und ich noch in die 300m lange „Saha“ 8a einzusteigen und kamen hier sehr auf unsere Kosten. Die äußerst spartanische Absicherung und die hohe Schwierigkeit machten das Ganze zu einer mentalen Mutprobe. Eins ist klar: die Route ist er Hammer und ich hab in einem Tag meine Flugmeter des gesamten Trips verdoppelt. Haha. Nachts im Dunkeln seilten wir wieder ab.

An einem Ruhetag waren wir in Tinderhir auf einem Markt. Unglaublich was man da alles kaufen konnte. Neben Gemüse und Obst lagerte sich Unmengen von Schrott: Fahrradsättel, alte Handys, zerkratzte Brillen, Feuerzeuge, Schrottcomputer. Einfach alles. Und alles Schrott, kaputt und schmutzig.

Ansonsten hab ich es einfach nur genossen hier zu sein. Diese orangenen, kargen Felsberge und das saftige grüne Oasental mit den viereckigen Lehmhäusern beeindruckten mich immer wieder. Ich kann mich einfach nicht dran satt sehen. Zu meiner großen Freude besuchte uns auch noch mein Papa, da er zuvor den „Marathon des Sable“ gelaufen ist.Exif_JPEG_PICTURE

Steile Kletterei im Sektor Elephant

Steile Kletterei im Sektor Elephant

Die Todraschlucht

Die Todraschlucht

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Marrakech

4 Apr

Die letzten Tage in Spanien verbrachten wir in Margalef und veranstalteten eine Geburtstagsfeier für einen Freund von uns. Außerdem waren wir dieses Mal im Sektor Ermita klettern und haben dort echt einen intensiven Klettertag gehabt. Die Gruppe die sich die letzten Wochen so herausgebildet hat war echt der Hammer und dementsprechend schwer fiel uns der Abschied. Den letzten Abend konnten Tom, Anne, Juli und ich dann wieder in Joans Wohnung in Barcelona verbringen.

Am 2.April landeten wir bei Regen in Marrakech. Kaum angekommen packte mich wieder das Reisefieber: Ochsenkarren, Gerüche von Abgasen, orientalischen Gewürzen, Tieren usw. Dazu schreiende Händler, rasende Mopeds, arabische Bauten, Kamele, Schwarztee mit Minze, Moscheen etc. Am nächsten Tag holten wir dann Leo vom Flughafen und verbrachten den ganzen Tag wieder nur mit staunend durch die Stadt zu laufen. Außerdem schauten wir uns die Gerbereien an, sollten dann aber für den vermeintlichen Guide etwas zahlen. Das passiert hier ständig. Die Leute kommen und fangen dir auf einmal an den Weg zu erklären oder sonst irgendetwas zu machen, was du eh nicht wissen oder haben wolltest und wollen dann auch noch Geld dafür. Haha.

Heute Morgen sind wir dann schon um 6 Uhr aufgestanden um mit dem Bus über Ourzazate nach Tirnerhir in die Todraschlucht zu fahren. Die Strecke führte uns einmal quer durch das Atlasgebirge durch atemberaubende Landschaften. Anfangs durchquerten wir sattgrüne Täler die in schneebedeckte Gipfel übergingen. In den Tälern wirkten die roten, viereckigen Lehmdörfer wie große Felsen. Später fuhren wir durch Gebirgswüsten und Schneegipfel um dann die riesige hügelige Steinwüte zwischen Ourzazate und Tinerhir zu bewältigen. Kaum angekommen brach Hektik aus und sämtliche Pensionsbesitzer scharten sich um uns. Letztlich sind wir in einer kleinen, familiären Unterkunft direkt am Eingang der Schlucht untergekommen. Die roten bis zu 400m hohen Felswände und die karge wüstenartige Landschaft lassen mein Kletterherz gerade echt höher schlagen. Dazu kommen die wunderschönen arabischen Bauten aus Lehm mit ihren Verzierungen. Die nächsten Tage werden wir hier wohl klettern verbringen.

Marrakech

Marrakech

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